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Abendkirche

Jeden Freitag (außer in den Sommerferien) um 18 Uhr in der Dorfkirche

„Komisch, warum läuten jetzt die Kirchenglocken?“, mag sich immer noch mancher in Marienfelde freitags um 17.50 Uhr fragen. Ungewöhnliche Zeit: zu spät für ein Beerdigungsgeläut, zu spät für eine Trauung, zu früh für ein Konzert, ein Gottesdienst am Freitag? – kann eigentlich auch nicht sein!

Aber nicht alle fragen sich das, denn viele Menschen unserer Gemeinde wissen inzwischen, dass es die „Abendkirche“ gibt.

Im Zuge der Renovierung unserer Kirche 1995 beschloss der Gemeindekirchenrat ein neues Nutzungskonzept. Darin sollte monatlich eine „Kulturkirche“, d.h. Abende mit Musik, Dichterlesungen, Vorträgen u.ä. stattfinden. Daraus entstand auch die Idee für eine Wochenschlussandacht, wie sie in vielen Gemeinden guten Anklang findet. Die Zeit ist dafür ganz bewusst gewählt: Eine halbe Stunde der Einkehr in die Dorfkirche, aber auch der inneren Einkehr zwischen dem Alltag der Woche und dem beginnenden Wochenende.

Ein kurzes Innehalten für mich nach dem Einkauf fürs Wochenende und bevor der Freitagabend zu Hause beginnt – so hatten wir es für uns in der Planung formuliert und so illustrieren Abendkirchenbesucher mitunter genau diese Gedanken, wenn sie mit ihrem bei Bauer Lehmann gefüllten Einkaufskorb am Freitag in die Dorfkirche kommen.

Je nach Jahreszeit versammeln sich 8-20 Menschen zur Andacht im Chorraum, wo Stühle in zum Altar hin offenem Halbkreis aufgestellt sind. Die Atmosphäre der abendlichen Dorfkirche gibt einen besonderen Raum für den Wechsel von Wort, Musik und Zeit für eigene Gedanken.

Wir widmen uns biblischen Texten, gehen auf besondere Zeiten des Kirchenjahres ein oder bedenken über mehrere Freitagabende ein bestimmtes Thema. Stille, Abend, Wege, Zeit, Wasser, Psalmen, Farben, Sterne, Bäume, Herbst, Tugenden, Glaube, Sehnsucht, Anfang und Ende, Hände, Türen, Garten – sind Themen, die uns bisher in der Abendkirche begleitet haben.

Zum festen Ablauf nach dem Orgelvorspiel gehören der gemeinsam gesprochene Psalm, ein Gebet und das Singen von kurzen, meditativen Liedern. Musikalisch begleitet uns Susanne Busche an Orgel. Für jeden Abendkirchenbesucher gibt es einen Ablauf, so dass sich hier auch jeder/jede „Neue“ sicher fühlen kann.

Besonderen Wert legen wir in der Mitte der Andacht auf fünf Minuten Stille: Zeit, um Zeit einmal wieder bewusst wahrzunehmen. Zeit, um zur Ruhe zu kommen, die hinter mir liegende Woche zu bedenken. Zeit, mit Gott ins Gespräch zu kommen. Zeit, einem eben gehörten Text nachzugehen. Fünf Minuten wirklicher Stille, das ist eine selten gewordene Erfahrung, die wir uns im Alltag kaum noch gönnen oder anders gesagt: der wir uns kaum noch aussetzen.

„Diese halbe Stunde Abendkirche am Ende der Woche, das ist meine Zeit“ – dieses Gefühl kann man den meisten Abendkirche-Besuchern und Besucherinnen beim Eintritt in die mit Kerzen erleuchtete Dorfkirche auf dem Gesicht ablesen. Uns, die durch die Andacht führen: Susanne Busche, Miriam Wojakowska und Ulrike Senst-Rütenik geht es nicht anders. Auch wir möchten diese Besinnungszeit zum Wochenausklang selbst nicht mehr missen und laden darum weiter herzlich und gern ein zur Abendkirche.

Ulrike Senst-Rütenik, Miriam Wojakowska

Dorothee-Sölle-Haus
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