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Wer ist nun dieser umtriebige Mensch? Ich habe ihn im Gemeindekirchenrat, dem er etwa ein Vierteljahrhundert angehörte, kennengelernt. Bei einem Treffen in meinem Garten erfahre ich mehr über ihn. Jörn ist siebzig Jahre alt, die man ihm aber nicht ansieht. Als geborener Berliner hat er immer hier gelebt. Er ist bei einem katholischen Vater und einer evangelischen Mutter aufgewachsen. Durch einen Zufall wurde er evangelisch getauft, obwohl die katholische Kirche das anders vorschreibt. Und das kam so: Auf der Station, auf der er geboren wurde, sollte gerade ein anderer Säugling von dem evangelischen Pfarrer der Klinik getauft werden. Es wurde nachgefragt, ob zu diesem Anlass noch eine Kind getauft werden solle. Jörns Mutter meldete sich, und so wurde Jörn evangelisch getauft, zum Entsetzen der streng katholischen Großeltern. Er wuchs dann in einem behüteten Elternhaus auf. Nach dem Besuch von Grund- und Oberschule machte er seinen Realschulabschluss. Eine Lehre zum Fernmeldemonteur schloss sich an. Nebenbei trat er ins Jugend-Rot-Kreuz (JRK) ein und verbrachte die Sommerwochenenden auf einer Wasserrettungsstation. Außerdem betreute er Kindertransporte des DRK. Dort lernte er schon früh seine spätere Frau kennen. Weil sein technisches und digitales Interesse noch nicht befriedigt war, besuchte er eine Techniker-Schule und schloss die Prüfung mit Auszeichnung ab. Das war ihm noch nicht genug, und so setzte er noch ein Studium zum Ingenieur für Datentechnik obendrauf. Der Unterhalt wurde in dieser Zeit durch seine Arbeit in den Semesterferien bei seiner alten Firma und den Verdienst seiner Frau bestritten, die er ganz schnell geheiratet hatte, weil sie sonst die Wohnung in der Waldsassener Straße nicht bekommen hätten, bestritten. Ein Sohn wurde geboren. Als dieser alt genug war, kam er in den evangelischen Kindergarten in der Ahrensdorfer Straße. Dort wurde Jörn zum Elternvertreter gewählt. Wie so oft sind es die Kinder, die ihre Eltern wieder näher an die Kirche rücken. So auch hier. Pfarrer Park schlug dem engagierten Elternvertreter vor, sich für die Wahl des Gemeindekirchenrats aufstellen zu lassen. Er war erst Ersatzältester und später über viele Jahre volles Mitglied. Von dort aus wurde er auch in die Kreissynode des Kirchenkreises Tempelhof gewählt und war lange Jahre hindurch deren stellvertretender Vorsitzender. Durch die Umstrukturierung seiner Firma, bei der er sehr lange tätig war, schlug man ihm vor, mit achtundfünfzig in Frührente zu gehen. Als aktiver beweglicher Mensch wollte er nun natürlich nicht den Rest seines Lebens passiv zuhause sitzen. Er bot sich an, im Technikmuseum Besucher zu betreuen und wurde dazu ins Zuckermuseum geschickt, welches anfangs eine Außenstelle war und später ins Technikmuseum eingegliedert wurde. Im Rahmen der Initiative „Älterwerden gestalten“ übernahm er eine Gruppe, die sich mit PC’s und Smartphones befasst. Wer als Senior oder auch früher lernen will, wie man mit einem Computer umgeht, ist bei ihm gerade richtig. Ich habe zwar meine Kenntnisse nicht von ihm, kann mir aber gut vorstellen, dass er durch seine ruhige Art seine „Schüler“ zum Erfolg führt. Eine andere Leidenschaft von ihm und seiner Frau war immer das Tanzen, und zwar Gesellschaftstanz und Boogie, also Paartanz. Der Kurs, den er alle 14 Tage für die Tanzwilligen anbietet, läuft nicht ganz so gut, weil es zu wenig Interesse von Paaren dafür gibt. Gerade stellt er Überlegungen an, wie das zu ändern wäre. Für seine Parties hat er einen großen Fundus an Tanzmusik aus den 60er, 70er und 80er Jahren. Er ist aber auch offen für andere, modernere Wünsche. Vor allem Musik zum Mitsingen ist sehr beliebt. Alles greift er auf, um seine Party-Gäste zufrieden zu stellen. Auch hier sind eher Frauen beteiligt, sodass er überlegt, evtl. offene Tänze anzubieten. Wer übrigens privat seine Tanzkünste auffrischen oder neu erlernen möchte, kann ihn gern ansprechen. Ich wünsche Jörn noch weiter viel Power für sein Engagement und hoffe, dass ihm die Lust dazu noch lange erhalten bleibt.

Hildegund Fischer



Dorothee-Sölle-Haus
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